MT Salzburger Eisenbahnmuseum mitMuseumsschluessel

Salzburger Museumsschlüssel


Der Salzburger Museumspreis „Museumsschlüssel“ für die Heimat- bzw. Orts-, Regional- und Fachmuseen des Bundeslandes wird seit 2001 vom Land Salzburg alle zwei Jahre, seit 2007 alle drei Jahre, vergeben.

Der Preis versteht sich in erster Linie als Würdigung für eine solide, florierende, zeitgemäße und kontinuierliche Museumsarbeit in regionalen Museen, aber auch als Auszeichnung für hervorragende Museums­initiativen und -projekte.

Museumsschlüssel Der Hauptpreis in der Höhe von 3.600 Euro wird zusammen mit zwei Anerkennungs­preisen von je 1.800 Euro von einer Fachjury vergeben. Neben der finanziellen Honorierung erhalten die preisgekrönten Museen symbolische Museumsschlüssel.


Museumsschlüssel an das Museum Tauernbahn

Die Verleihung des Salzburger Museums­schlüssels 2019 erfolgte im Rahmen des Österreichischen Museums­tages am Donnerstag, dem 10. Oktober 2019 in der Aula der Universität Salzburg. Die beiden Anerkennungspreise gehen an das Hoamathaus Altenmarkt und an das Stille Nacht Museum Hallein.
Die Jury:
Dr. Thorsten Sadowsky, Vorsitz
Direktor Museum der Moderne Salzburg
Magª Sabine Fauland
Geschäftsführung Museumsbund Österreich
Mag. Dr. Klaus Landa
Geschäftsführung Verbund Oberösterreichischer Museen
Magª Karin Rachbauer-Lehenauer
Leiterin Spielzeugmuseum Salzburg
Ingrid Weydemann MAS
Leiterin Museum Fronfeste Neumarkt am Wallersee.


Leidenschaft mit Herzblut und Schmieröl

Begründung der Jury:  Die Stütze des Museums Tauernbahn sind 600 Mitglieder des Vereins, von denen 20 aktiv (und ehrenamtlich!) das Museum samt den Außenanlagen betreiben. Dank der guten und kooperativen Zusammen­arbeit mit der Gemeinde Schwarzach können neben der Dauer­ausstellung im modernen Museumsgebäude seit 2018 auch in der sogenannten Dienerwohnung Sonderausstellungen besucht werden. Dort ist auch das kleine, aber wohlfeile und nach allen museologischen Kriterien bestens ausgestattete und betreute Depot und Archiv untergebracht.

Nicht nur an den sogenannten Besonderen Museumstagen ist das Museum ein lebendiger Ort: Zahlreiche Ausstellungs­objekte sind fahr- und vorführtüchtig, ein Fahrsimulator lädt zur Erprobung der eigenen Lokführerkünste ein. Die Dauer­ausstellung zeigt die Erbauung der „Tauernbahn“, die als Teil des Projekts „Neue Alpenbahnen“, zwischen 1900 und 1909 Schwarzach mit Triest verband. Neben technischen und historischen Details kommt auch die Sozialgeschichte nicht zu kurz: Viele Schicksale sind mit dem Eisenbahnbau verknüpft, einigen davon kann man im Museum nach­spüren.

Die Jury empfiehlt das Museum Tauernbahn mit dem Salzburger Museumsschlüssel 2019 auszuzeichnen, weil wir beeindruckt waren, was das ehrenamtliche Team dort alles geleistet und geschaffen hat – nicht zuletzt die Einrichtung eines zeitgemäßen Depots. So viel Leidenschaft mit Herzblut und Schmieröl wollen wir sichtbar machen! Und – last, but not least – im ersten Stock des Museums darf man in einen kleinen Modelleisenbahntraum eintauchen: Viele Winterstunden und noch mehr Liebe zum Detail stecken in der Tauernbahn en miniature – historische Präzision und eine Menge Alltagsgeschichten erwarten Sie auch dort! Bereits 2010 und 2003 wurde dem Museum Tauernbahn der Anerkennungs­preis zum Salzburger Museumsschlüssel zuerkannt“


2010 Anerkennungspreis zum Salzburger Museumsschlüssel

Jurybegründung 2010: Erlebnis mit allen Sinnen. Kaum ein anderes Museum im Bundesland Salzburg ist durch seinen Ausstellungsort, seine spezifische Sammlung und sein durch berufliche Tätigkeit "vorbelastetes" Team derart konsequent aufgestellt wie das Museum Tauernbahn. Die Lage in der ehemaligen Remise am Bahnhof in Schwarzach ist durch einen modernen, architektonisch sehr gut gelösten, übersichtlich gestalteten Anbau ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.

Die Nähe zum Bahnhof ermöglicht mit den Ansagen, den ankommenden und abreisenden Passanten, den einfahrenden Zügen und dem Geruch des Bahnhofes, das Museum mit allen Sinnen zu erleben. Der harmonisch gestaltete Vorplatz mit einzelnen Objekten lädt wie die Freiraum­gestaltung mit der begehbaren Lok zum Aufenthalt und zum Entdecken ein. Der Eingangsbereich führt bereits in den Sonderausstellungsteil und zieht mit markanten Objekten und Medien­stationen die Besucher in seinen Bann. Nachbauten von Tunnel und Arbeiter­baracken, machen das Leben auf der Baustelle "Tauernbahn" nachvollziehbar, Raum­installationen regen zum Nachdenken über das Leben der Arbeiter an.

Die Remise besticht durch den authentischen Ort, die zahlreichen Objekte, die noch besser inventarisiert und publiziert werden sollten, sind mit Liebe zum Detail auf- und ausgestellt und funktionsfähig und werden durch die Mitarbeiter in Führungen vorgeführt. Das Manko an Information wird durch fachkundige Auskünfte, die den Besuchern durch die Mitarbeiter, die alle Mitglieder des Museums­vereins sind, vermittelt.

Einen weiteren Höhepunkt stellt im Obergeschoß die Modell­eisenbahn dar, die mit unglaublichem Engagement in tausenden, ehren­amtlichen geleisteten Arbeitsstunden aufgebaut wurde. Die Modellbahn imitiert maßstab­gerecht die Strecke der Tauernbahn. Die computer­gesteuerten Fahrpläne, die zahllosen Gleismeter, die naturhafte Kulisse des Gasteinertals und Details wie der Auto­verladewagon spiegeln das Bemühen des Vereins wider.

Das Tauernmuseum ist ein themen­spezifisches Museum am richtigen Ort, eine gelungene, spannende und aufschlussreiche Präsentation einer ständig wachsenden Sammlung.
Die Jury empfiehlt, den damit verbundenen Preis in die Inventarisierung und Publikation der zahlreichen Objekte, die in einem in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Gebäude, das adaptiert werden soll, untergebracht werden, zu investieren.


2003 Anerkennungspreis zum Salzburger Museumsschlüssel

für die Ausstellung "Tauernbahn - Gestern - Heute - Morgen"

Jurybegründung 2003 Ausstellung "Tauernbahnbau gestern - heute - morgen" Der seit 1996 bestehende Museumsverein "Museum Tauernbahn" betreibt seit 2002 in einer ehemaligen E-Lok Remise neben dem Bahnhof Schwarzach-St.Veit ein Eisenbahn­museum. Im speziellen soll dort auf die Geschichte der Tauernbahn eingegangen werden. Markante Streckenabschnitte sollen sogar im Modell nachgebaut werden. An diese Remise wurde jüngst nach Plänen von Architekt DI Adolf Krischanitz, einem gebürtigen Schwarzacher, eine Ausstellungshalle hinzugefügt, die für Sonderausstellungen und Veranstaltungen genutzt werden kann.

Das äußerst engagierte Team des Museumsvereins hat darin die Schau "Tauernbahn gestern - heute - morgen" eingebaut, die mit minimalem Aufwand große Wirkung und Information erzielt. Die Sonderausstellung stellt den aktuellen zweigleisigen Ausbau der Bahn zwischen Schwarzach-St.Veit und dem Gasteinertal dem Bahnbau vor 100 Jahren gegenüber. Mit graphisch gut gestalteten Schau­tafeln, die wie Werbeplakate der ÖBB wirken, wird Geschichte und Gegenwart dokumentiert. Auch die soziale Situation der Bauarbeiter wird hinterfragt. Anhand von Original­werkzeugen kann die technische Entwicklung im Bahnbau nachvollzogen werden.

Die kleine Schau wird ergänzt durch zwei qualitativ sehr ansprechende Videofilme: Zum einen eine Dokumentation über den Bau der Tauernbahn selbst und zum anderen ein sehr interessantes Videoprojekt der 6. Klasse des BORG Bad Hofgastein, die sich auf künstlerische Weise mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Diese ganz spezifisch zum Museums­schwer­punkt initiierte Sonderausstellung ergibt gemeinsam mit dem Sammlungsbestand einen interessanten und informativen Überblick über die Tauernbahn, deren Geschichte und Bau.