|
Anerkennungspreis zum
Salzburger Museumsschlüssel 2010

Der Anerkennungspreis
zum Salzburger Museumsschlüssel

Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und Landesrätin Doraja Eberle freuen sich mit Präsident Reg.Rat Ludwig Kokol
und Obmann Hans Zlöbl

Gruppenbild mit Schlüssel

Alle Gewinner aus Bramberg, Golling und Schwarzach
|
Salzburger Museumsschlüssel 2010
Dieser Museumspreis für die Heimat- bzw. Orts-,
Regional- und Fachmuseen des Bundeslandes wird seit 2001 vom Land Salzburg alle
zwei Jahre, seit 2007 alle drei Jahre, vergeben.
Gewinner des mit € 3.600,-- dotierten Preises ist
das Museum Bramberg Wilhelmgut. Die beiden jeweils mit € 1.800,-- dotierten Anerkennungspreise zum Salzburger
Museumsschlüssel gab es für das
Museum Tauernbahn in Schwarzach im Pongau und für das Museum Burg Golling.
Anerkennungspreis zum Salzburger Museumsschlüssel 2010
für das Musem Tauernbahn
Museum Tauernbahn: Erlebnis mit allen Sinnen
Kaum ein anderes Museum im
Bundesland Salzburg ist durch seinen Ausstellungsort, seine spezifische Sammlung und sein durch
berufliche Tätigkeit "vorbelastetes" Team derart konsequent aufgestellt
wie das Museum Tauernbahn. Die Lage in der ehemaligen Remise am Bahnhof in Schwarzach
ist durch einen modernen, architektonisch sehr gut gelösten, übersichtlich
gestalteten Anbau ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die Nähe zum Bahnhof
ermöglicht mit den Ansagen, den ankommenden und abreisenden Passanten, den
einfahrenden Zügen und dem Geruch des Bahnhofes, das Museum mit allen Sinnen zu
erleben. Der harmonisch gestaltete Vorplatz mit einzelnen Objekten lädt wie die
Freiraumgestaltung mit der begehbaren Lok zum Aufenthalt und zum Entdecken ein.
Der Eingangsbereich führt bereits in
den Sonderausstellungsteil und zieht mit markanten Objekten und Medienstationen
die Besucher in seinen Bann. Nachbauten von Tunnel und Arbeiterbaracken, machen
das Leben auf der Baustelle "Tauernbahn" nachvollziehbar,
Rauminstallationen regen zum Nachdenken über das Leben der Arbeiter an.
Die Remise besticht durch den
authentischen Ort, die zahlreichen Objekte, die noch besser inventarisiert und publiziert werden
sollten, sind mit Liebe zum Detail auf- und ausgestellt und funktionsfähig und
werden durch die Mitarbeiter in Führungen vorgeführt. Das Manko an Information wird durch fachkundige
Auskünfte, die den Besuchern durch die Mitarbeiter, die alle Mitglieder des
Museumsvereins sind, vermittelt.
Einen weiteren Höhepunkt stellt im
Obergeschoß die Modelleisenbahn dar, die mit unglaublichem Engagement in
tausenden, ehrenamtlichen geleisteten Arbeitsstunden aufgebaut wurde. Die
Modellbahn imitiert maßstabgerecht die Strecke der Tauernbahn. Die computergesteuerten
Fahrpläne, die zahllosen Geleisemeter, die naturhafte Kulisse des Gasteinertals
und Details wie der Autoverladewagon spiegeln das Bemühen des Vereins wider.
Das Tauernmuseum ist ein themenspezifisches Museum am richtigen Ort, eine gelungene,
spannende und aufschlussreiche Präsentation einer ständig wachsenden Sammlung.
Die Jury empfiehlt, den damit
verbundenen Preis in die Inventarisierung und Publikation der zahlreichen Objekte, die in einem in
unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen Gebäude, das adaptiert werden soll, untergebracht werden, zu investieren.
Bereits 2003 konnte das Museum Tauernbahn für seine Ausstellung
"Tauernbahnbau
gestern - heute - morgen" den Anerkennungspreis
zum
Salzburger Museumsschlüssel für sich verbuchen.
Gewinnerdes ''Salzburger Museumsschlüssels 2003'' war das Bergbaumuseum Leogang. Die
beiden Anerkennungspreise erhielten das Museum Tauernbahn in Schwarzach für
sein Ausstellungsprojekt ''Tauernbahnbau heute - gestern - morgen'' und das
Lungauer Pfarr- und Wallfahrtsmuseum in Mariapfarr.
Jurybegründung 2003:
Ausstellung
"Tauernbahnbau gestern - heute -
morgen" im Museum Tauernbahn
Der seit 1996 bestehende Museumsverein
"Museum Tauernbahn" betreibt seit 2002 in einer ehemaligen E-Lok
Remise neben dem Bahnhof Schwarzach-St.Veit ein Eisenbahnmuseum. Im speziellen
soll dort auf die Geschichte der Tauernbahn eingegangen werden. Markante
Streckenabschnitte sollen sogar im Modell nachgebaut werden. An diese Remise
wurde jüngst nach Plänen von Architekt DI Adolf Krischanitz, einem gebürtigen
Schwarzacher, eine Ausstellungshalle hinzugefügt, die für Sonderausstellungen
und Veranstaltungen genutzt werden kann. Das äußerst engagierte Team des
Museumsvereins hat darin die Schau "Tauernbahn gestern - heute -
morgen" eingebaut, die mit minimalem Aufwand große Wirkung und Information
erzielt. Die Sonderausstellung stellt den aktuellen zweigleisigen Ausbau der
Bahn zwischen Schwarzach-St.Veit und dem Gasteinertal dem Bahnbau vor 100
Jahren gegenüber. Mit graphisch gut gestalteten Schautafeln, die wie
Werbeplakate der ÖBB wirken, wird Geschichte und Gegenwart dokumentiert. Auch
die soziale Situation der Bauarbeiter wird hinterfragt. Anhand von
Originalwerkzeugen kann die technische Entwicklung im Bahnbau nachvollzogen
werden. Die kleine Schau wird ergänzt durch zwei qualitativ sehr ansprechende
Videofilme: Zum einen eine Dokumentation über den Bau der Tauernbahn selbst und
zum anderen ein sehr interessantes Videoprojekt der 6. Klasse des BORG Bad
Hofgastein, die sich auf künstlerische Weise mit dem Thema auseinandergesetzt
hat. Diese ganz spezifisch zum
Museumsschwerpunkt initiierte Sonderausstellung ergibt gemeinsam mit dem
Sammlungsbestand einen interessanten und informativen Überblick über die
Tauernbahn, deren Geschichte und Bau.
|